Moore Tool Schleifspindeln – Maßstab der Koordinatenschleiftechnik
Moore Tool – Pionier der Koordinatenschleiftechnik
Wer Moore Tool kennt, verbindet den Namen meist mit einer Maschine, die 1940 neue Maßstäbe setzte: der Koordinatenschleifmaschine, im Englischen Jig Grinder. Was heute im Werkzeug- und Formenbau, in der Luft- und Raumfahrt sowie in der Optikfertigung als etabliertes Verfahren gilt, war damals eine technologische Zäsur. Erstmals konnten Bohrungen direkt im gehärteten Zustand positionsgenau geschliffen werden.
Der Ursprung des Unternehmens reicht bis ins Jahr 1924 zurück. Richard F. Moore begann in Bridgeport, Connecticut, mit einer kleinen Werkstatt. Aus diesen Anfängen entwickelte sich über Jahrzehnte eines der bedeutendsten Präzisionsmaschinenunternehmen der USA. Moore fertigte tausende Koordinatenbohr- und Koordinatenschleifmaschinen und lieferte unter anderem in die Luft- und Raumfahrt, die Optik und die Verteidigungsindustrie. Seit 1994 gehört Moore Tool zur PMT Group und arbeitet eng mit Moore Nanotechnology Systems zusammen.
Schleifspindeln mit eigenständigem Konzept
Moore-Schleifspindeln sind keine klassischen Motorspindeln. Das Unternehmen fertigt zwei grundlegend unterschiedliche Spindeltypen: Luftturbinenspindeln und Elektroschleifspindeln. Beide sind speziell auf die extremen Anforderungen der Koordinatenschleifbearbeitung ausgelegt.
Luftturbinenspindeln erreichen Drehzahlen von 9.000 bis zu 175.000 U/min. Modelle ab 40.000 U/min sind elektronisch ausgewuchtet, um Schwingungen zu minimieren und eine hohe Standzeit zu gewährleisten. Die Variante mit 175.000 U/min ist für das Schleifen kleinster Bohrungen mit einem Schaftdurchmesser von 3 mm konzipiert.
Elektroschleifspindeln decken Drehzahlen von 7.000 bis 80.000 U/min ab und ermöglichen eine präzise Regelung. Das Modell mit automatischem Werkzeugwechsel arbeitet mit HSK-E25-Werkzeughaltern und bietet einen radialen Rundlauf auf höchstem Niveau.
Aufbau und technische Besonderheiten
Im Inneren unterscheiden sich Moore-Schleifspindeln deutlich von Motorspindeln klassischer Bearbeitungszentren. Luftturbinenspindeln arbeiten ohne elektrischen Motor und werden über Druckluft angetrieben. Dadurch lassen sich extrem hohe Drehzahlen bei kompakter Bauform realisieren.
Elektroschleifspindeln bestehen aus Spindelmotor, Rotor und Stator, Präzisionslagerung, Spannzange beziehungsweise Werkzeugschnittstelle.
Charakteristisch ist die Verwendung eigener OEM-Teile und eigener Montagetechniken. Für viele Modelle sind Hybridlager aus Keramik verfügbar, die Standzeit und Leistungsfähigkeit erhöhen. Diese Fertigungstiefe ermöglicht es Moore, Spindeln originalgetreu instand zu setzen.
Präzisionsarbeit unter Extrembedingungen
Koordinatenschleifmaschinen kommen dort zum Einsatz, wo höchste Genauigkeit gefordert ist. Die Schleifspindel trägt die gesamte Präzisionsanforderung des Prozesses. Unwuchten, Lagerspiel oder thermische Einflüsse wirken sich unmittelbar auf das Schleifergebnis aus.
Typische Ausfallursachen sind Lagerverschleiß, Verunreinigungen in der Druckluftversorgung bei Luftturbinenspindeln sowie mechanische Schäden an Spannzange oder Werkzeugschnittstelle. Veränderungen in der Oberflächenqualität oder im Rundlauf sollten daher frühzeitig überprüft werden.
Reparatur von Moore Tool Schleifspindeln durch KERN
Der KERN Spindelservice setzt Schleifspindeln aus Moore Tool Koordinatenschleifmaschinen fachgerecht instand, das gilt sowohl für Luftturbinenspindeln als auch für Elektroschleifspindeln. Unser Leistungsumfang umfasst die präzise Lagerdiagnose mit anschließendem Lagertausch, die Prüfung von Spannzange und Werkzeugschnittstelle, das Auswuchten nach DIN ISO 1940 sowie einen abschließenden Prüflauf unter realistischen Bedingungen.
Eine Instandsetzung durch KERN ist erfahrungsgemäß 20 bis 30 % wirtschaftlicher als der Bezug einer Neuspindel. Die durchschnittliche Durchlaufzeit beträgt 6 bis 8 Werktage. Auf jede Reparatur gewähren wir 24 Monate Gewährleistung.
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